Mäkelige Hündin

"Was so hell und licht ich sehe, dass das dir nicht entgehe!" (Tristan, Akt III)

Mäkelige Hündin

18. Juni 2020 Blog 0

Bisher hat unsere Hündin in riesigen Mengen Wolfsblut-Trockenfutter in sich hineingeschaufelt (Blutwerte laut Tierarzt aber völlig in Ordnung). Möglicherweise mag sie die aktuellen Sorten „Ziege“ und „Gans“ nicht. Jedenfalls nimmt sie zurzeit kaum etwas davon zu sich. Stattdessen interessiert sie sich schon länger für unsere abendlichen Salate. Wenn etwas runterfällt, ist es schneller weg, als man gucken kann.

Da immer noch die Möglichkeit einer Trächtigkeit besteht (Klärung Anfang Juli), werde ich es nicht auf einen Nährstoffmangel ankommen lassen.

Meinen Rüden habe ich überwiegend mit rohem Rindfleisch großgezogen, es ist ihm hervorragend bekommen. Die Umstellung auf Trockenfutter kam erst später, vorrangig aus praktischen Gründen. Fleisch und Knochen gibt es seither nur ein paar Mal im Monat als leckeren Zusatz. Der Rüde guckt Rohkost übrigens mit dem Arsch nicht an, igitt nee. Unter seiner Würde.

Also kaufe ich in dem nächsten Tagen in einem örtlichen Gartenbedarfs- und Tierfuttermarkt gefrorene Fleischereien (Rind, ggf. auch Kaninchen) und halte bei Kaufland nach Rinderherz und Hühnerherzen/-hälsen/-mägen Ausschau.

Und alle bekömmlichen Menschen-Mittagessen werden künftig in ausreichender Menge gekocht, um die Hündin in sättigender Weise mitversorgen zu können.

Außerdem gibt es reichlich gebutterte und ungebutterte Stücke von variierenden grauen/braunen Brotsorten.

Großer Münsterländer 'Lara' (Canis lupus familiaris)

Großer Münsterländer ‚Lara‘ (Canis lupus familiaris)


Nachtrag 21.06.2020:

Mittlerweile hat sie zweimal Rinderherz und zweimal Hühnerherzen bekommen. Außerdem diverse Rohkost, Butterbrote, Gemüsereis, gebratene Fleischreste, ein bisschen Knochen…

Trockenfutter war so viel einfacher und normalerweise würde ich ihr diese Unlust einfach durchgehen lassen, aber momentan geht es einfach nicht. Nährstoffmangel bei den möglichen Winzlingen ist keine akzeptable Option.

Großer Münsterländer 'Lara' (Canis lupus familiaris)

Großer Münsterländer ‚Lara‘ (Canis lupus familiaris)


Nachtrag 24.06.2020:

Mit der Heimatlinie von bosch kommen wir seit gestern gut zurecht. Lara bekommt zweimal täglich so viel, bis sie von selbst mit dem Essen aufhört. Leon erhält immer mal wieder eine Handvoll als Leckerlis verstreut. Die auf diese Weise vernichtete Menge Trockenfutter geht zwar auch ins Geld, aber ich muss mich nicht mehr um die richtige Nährstoffzusammensetzung kümmern. Alle paar Tage gibt es zwei Streifen Trockenpansen zum Kauen, gelegentlich wird sie auch bekocht. Doch ich muss nicht jeden Tag für sie ausgewogen kochen. Die Aufnahme ihres normalen Wolfsblut-Trockenfutters verweigert sie allerdings immer noch. Manchmal steht sie vor der großen Futterschüssel, schaut hinein und wendet sich ab. Aber ich habe ja eine adäquate Alternative gefunden. Glück gehabt.

Großer Münsterländer 'Lara' (Canis lupus familiaris)

Großer Münsterländer ‚Lara‘ (Canis lupus familiaris)


Nachtrag 01.07.2020:

Von der Lasagne, die ich meinem Partner heute spontan zum Geburtstag gekocht und gebacken habe, blieb über ein Drittel des Nudelteigs (Mehl, Wasser, Salz) übrig, woraus ich für die Hunde mit etwas Backpulver und den Resten vom Parmesankäse ein schmackhaftes kleines Brot gebacken habe. Fanden beide ziemlich gut. Außerdem gab es nochmal grünen Pansen. Die selbstgewählte tägliche Trockenfutterration der Hündin überzeugt mich immer noch nicht.

Großer Münsterländer 'Lara' (Canis lupus familiaris)

Großer Münsterländer ‚Lara‘ (Canis lupus familiaris)


Nachtrag 06.07.2020:

Es wird nicht besser. Vorhin habe ich eine ganze Tüte Dinkel-Vollkornnudeln gekocht, die sie sonst gerne gegessen hat. Doch heute wollte sie nicht. Trotz der leckeren Soße. Auch mit Gemüse und Hirtenkäse wurde das Essen nur geringfügig attraktiver. Dafür hat es dem Rüden umso besser geschmeckt.
Nachmittags gab es für jeden eine Portion Pansenhack, das hat bei der Schwangeren größeren Anklang gefunden. Auch getrocknete Pansenstücke nimmt sie immer noch sehr gerne. Ansonsten rühre ich ihr zweimal täglich Marengo-Ziegenmilchpulver an. Irgendwie muss sie ja die erforderlichen Kalorien zu sich nehmen.
Gestern Abend hat sie immerhin ein sehr großes Stück Roggenbrot mit Sonnenblumenkernen akzeptiert (außen kross, innen matschig-weich) – allerdings nur in mundgerechten Häppchen. Früher hätte sie das ganze Stück genommen und hingebungsvoll zernagt. Heute vergräbt sie sowas nur im Garten. Also bekommt sie es nur noch in kleinen Stückchen.
Morgen gehe ich wieder rohes Fleisch und ein saftiges Brot kaufen. Und Salatgurke geht auch immer. Aber hach, was ist das schwierig geworden, dieses Kind zu ernähren!


Nachtrag 07.07.2020:

Heute sind wir bei Ziegenmilch und Brioche-Burger-Brötchen angelangt. Etwas anderes mag sie nicht mehr essen. Das Stückchen Salatgurke von gestern Abend liegt immer noch unter dem Küchentisch. Trockenfutter wird weder trocken noch eingeweicht gegessen. Graubrot mag sie nicht mehr. Aber der Versuch, ihr alte weiße Backwaren zu überlassen, glückte vorhin. Besonders hat sie sich für die Hörnchen mit dem etwas süßlichen Teig interessiert, ungefähr so wie die neuen Brioche-Brötchen. Spannend, jeden Tag etwas Neues finden zu müssen, mit dem man sie und ihren Nachwuchs ernähren kann. Noch eine Woche, dann bewegt sich ihr Essverhalten hoffentlich langsam wieder zurück zur vorherigen Normalität.