Schuldigkeit gegenüber LDA

"Was so hell und licht ich sehe, dass das dir nicht entgehe!" (Tristan, Akt III)

Schuldigkeit gegenüber LDA

2. November 2015 Blog 0
Harald Meller

2013 habe ich meine Masterarbeit geschrieben, eingereicht, verteidigt, bestanden. Einige Personen und Institutionen haben zeitnah die Hand aufgehalten und die ihnen zustehenden Belegexemplare erhalten. Ausgerechnet das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Halle (Saale) habe ich dabei aber vergessen (obwohl ich dort ein halbes Jahr lang erst als Praktikant und dann als studentischer Mitarbeiter tätig war und gerne geblieben wäre). Genaugenommen kann ich mich nicht mal mehr erinnern, dass ich für diese Arbeit im Archiv angefragt habe bzw. vorstellig geworden bin. Für andere Themen (Hausarbeiten, Referate) schon, aber dafür? Das hauseigene Archiv war anderer Meinung. Und trotzdem habe ich es bis heute nicht geschafft, die drei Dateien zu suchen, auszudrucken, zu brennen und hinzuschicken. Dabei hatte ich zumindest eine Ahnung, wo in den Überresten meiner Umzugskisten ich nach der entsprechenden CD-Spindel hätte suchen müssen.

Aber heute habe ich mich ehrlich gemacht und kann voller Stolz sagen: Ich habe es endlich erledigt. Ein tolles Gefühl. Es werden immer weniger Dinge, die ich noch abarbeiten muss, bis ich endlich wieder ein halbwegs reines Gewissen haben kann.

Briefe ans LDA

Briefe ans LDA

Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gleich das gemalte Bild des Landesarchäologen eingetütet und auf die Reise geschickt. Möglicherweise interessiert es ihn nicht, aber vielleicht freut er sich ja auch einfach. Obwohl ich mittlerweile viel an dem Bild auszusetzen habe. Es fing gut an, Vorzeichnung, Ausmalen der Flächen, Details… Aber dann habe ich es zu früh mit Firnis eingepinselt, der aufgrund der wohl nicht durchgetrockneten Ölfarbe selbst auch nicht trocknen wollte. Zum Tag des offenen Denkmals 2015 wollte ich das Bild nach der Eröffnungsfeier in Halle (Saale) eigentlich an den Gemalten loswerden, aber als ich es aus dem Stoffbeutel holen wollte, klebte es daran fest. Ich habe es ärgerlich herausgerissen…und damit einen Teil des Firnisses abgezogen. Sah unmöglich aus. Also habe ich mich im Nachbessern versucht. Einige Stellen nochmal vorsichtig nachgemalt, gewartet und irgendwann dann nochmal mit Firnis behandelt. Einerseits war das wieder zu früh (Farbe verwischte), andererseits habe ich den Firnis in einem Raum mit viel Stoff (ergo: herumfliegenden Fusseln) trocknen lassen. Saudumm. Die Fusseln sind jetzt in der Firnisschicht drin. Zeitweilig hatte ich überlegt, ob ich den Firnis wieder abnehmen soll, habe mich aufgrund des Risikos der Totalzerstörung des Bildes dann aber doch dagegen entschieden.

Harald Meller

Harald Meller

So viel Aufwand für so ein kleines Bild. Dabei hatte ich Ende August/Anfang September einfach nur mal Lust, des Landesarchäologen Konterfei aufzumalen. Hätte nicht gedacht, dass das so ein Drama wird. Aber wenn man nicht allzu genau hinschaut, ist das Bild eigentlich ganz hübsch geworden.