Schulterreparatur
Unlängst gab es drei aufeinander folgende Stürme. Einer davon hat Odette den Arm gekostet. Er ist an der Schulter an genau der Stelle abgerissen, an der sich auf der Rückseite die Wandhalterung befand.
Das Holz war klatschnass und geborsten. Ich habe es erstmal mehrere Wochen trocknen lassen, bevor ich mich an die Reparatur gewagt habe.
Zunächst habe ich die beiden großen Teile zusammengetackert und dabei festgestellt, dass es mehrere Löchter gibt, für die ich keine Bruchstücke finden konnte. Um passgenaue Formstücke für die Fehlstellen anzufertigen, war ich nicht genügend motiviert. Stattdessen habe ich mir eine Dose Sägemehl aus dem Keller geholt und einen Teil davon mit Holzleim angemischt. Das hat glücklicherweise genau die erhoffte Paste ergeben, mit der sich die Löcher exakt ausfüllen ließen.
Es war klar, dass die Paste nach dem Trocknen eine elastische Verbindung ergeben würde, also brauchte ich eine rückseitige Verstärkung, um nicht einen erneuten Bruch zu riskieren.
Also habe ich aus Kiefernholz eine Verstärkung gesägt, zu den Seiten hin abgeschrägt und dann angeleimt. Für eine möglichst bündige Flächenklebung habe ich mich einer absurd großen Anzahl an Klemmen bedient. Aber es hat funktioniert.
Am nächsten Tag konnte ich das Holzstück nachschleifen, streichen und die Halterung anbringen.
Bei der Gelegenheit haben alle fünf Figuren einen neuen Anstrich erhalten. Das hat allerdings den banalen Grund, dass es die ursprüngliche Farbe nicht mehr gibt. Die jetzige ist etwas dunkler. Und damit alle Figuren farblich gleich aussehen und man keine dunklen Ausbesserungsstellen sieht, haben alle zwei neue Farbschichten bekommen.
Vor etwa fünfeinhalb Jahren habe ich diese Figuren erstmals aufgehängt: Neue Laubsägereien. Seither musste ich nur einmal reparierend tätig werden – auch damals schon bei einem abgebrochenen Arm.
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