Léon

Léon ist ein Großer Münsterländer und wurde am 19.03.2013 in Gardelegen (nördliches Sachsen-Anhalt) geboren.

Großer Münsterländer 'Léon' (Canis lupus familiaris)

Großer Münsterländer ‚Léon‘ (Canis lupus familiaris)

Bezeichnungen
Der Hund hat zwar einen richtigen Namen, wird aber von seiner zweiköpfigen Primärherde (Lieblingsmensch und ich) eher selten so genannt. Stattdessen gibt es eine Fülle von mehr oder weniger unpassenden Tiernamen inkl. deren Diminutivformen.

Größe und Gewicht
Das ausgewachsene Plüschmonster hat inzwischen eine Widerristhöhe von etwa 60 Zentimetern, wiegt um die 30 Kilogramm und könnte rein optisch Werbung für Weichspüler machen – wenn er denn mal statt einer Schlammkruste seine natürliche Fellfarbe zur Schau stellt.

Herkunft und Geschwister
Léons schlanke, weiße Mutter heißt Hexe aus Finkenwerder und sein eher gedrungener, schwarz gelockter Vater ist Lütt von der Osterheide (Eltern: Coernelius und Lysell vom Forstgut Rixförde). Unser Hund hat acht Geschwister, die bei unserem ersten Besuch in Gardelegen alle genauso hübsch und niedlich wie er waren. Ich war völlig überfordert, mich für ein Tierchen zu entscheiden – am liebsten hätte ich alle mitgenommen. Ich habe daher meinen heutigen Partner entscheiden lassen, der sich bzw. mir das kräftigste Männchen mit der hübschesten Gesichtszeichnung ausgesucht hat.

Wesen
Léon hat ein ruhiges, ausgeglichenes Wesen, ist frei von jeglichen Aggressionen, sehr zutraulich, anhänglich, kuschelig – und scharf auf Menschenessen. Er läuft seinen Lieblingsmenschen wie am Schnürchen hinterher und muss immer dort sein, wo sein Rudel ist. Wenn man dies unterbindet, indem man ihn irgendwo anders ablegt, fühlt er sich – zumindest dem Blick nach – ungeliebt. Meist wartet er brav, bis man ihn erlöst, aber bisweilen trottet er einem dennoch hinterher. Ein „Tschüs, Hundi!“ ruft zwar ein entgeistertes Gesicht bei ihm hervor, aber er versucht dann nicht, einem aus der Wohnungstür zu folgen. Sobald man aber wieder da ist, wird ein Affentanz aufgeführt, als hätte man sich ewig nicht gesehen. Also eigentlich ein ganz normaler Hund.

Ausbildung
Insgeheim hoffe ich immer noch darauf, dass der Hund jagdliche Erfahrungen machen kann, wenn es für eine Ausbildung nun auch zu spät ist. Mit langem Atem habe ich ihm Registrierpapiere besorgt, mit denen er in Sachsen-Anhalt trotzdem nicht jagdlich hätte geprüft werden dürfen, aber ich habe ohnehin niemanden gefunden, der ihn/uns dahingehend unter seine Fittiche nimmt.
Stattdessen haben wir mal mit Agility Training begonnen, aber man kann wirklich nicht behaupten, der Hund hätte daran Freude gehabt. Er ist lieber in selbstbestimmter Bewegung, rennt durch die Gegend und balgt sich mit Artgenossen. Wobei das Raufen im Laufe der Zeit etwas nachgelassen hat – er rennt nicht mehr auf jeden Hund zu, um mit ihm zu spielen…aber immer noch auf sehr viele.

Beschäftigung
Mit der etwas jüngeren und ähnlich gebauten Nachbarshündin in Naumburg (Saale) raufte er jeden Tag, bisweilen mehrere Stunden lang und ohne Unterlass. Wahre Hundeliebe! Inzwischen hat die Rauferei nachgelassen, da er sich nicht mehr so sehr dafür interessiert. Als Welpe und Junghund hat er sich auf oder unter alles geschmissen, was sich nicht gewehrt hat, aber inzwischen ist er etwas ruhiger geworden.
Radtouren liebt er sehr und er zeigt große Ausdauer. Mal fährt er mit uns (seiner Erstfamilie), mal ist er mit den Nachbarn (gefühlte Zweitfamilie) und deren Hündin unterwegs, was für ihn mindestens genauso großartig ist.
Seit unserem ersten gemeinsamen Urlaub in Kroatien ist er ein begeisterter Schwimmer. Als Welpe hatte ihn zwar die reißende Unstrut das Fürchten gelehrt, aber diese Ängste konnte er glücklicherweise überwinden. Das kühlende adriatische Nass war einfach zu verführerisch, um es in der heißen Sonne ignorieren zu können.
Wenn es die Umgebung zulässt und er frei laufen darf, legt er riesige Wegstrecken in sehr hohem Tempo und mit einer bemerkenswerten Ausdauer zurück.
Mittlerweile haben wir auf mein Drängen hin noch einen zweiten Hund zu uns genommen, den Léon schon als Welpe kannte und liebte, was aber damals noch nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. Die beiden harmonieren inzwischen ganz hervorragend und sehr vertraut miteinander. Es gibt sie nur noch im Doppelpack.
Und auch wenn der ältere Hund mit meinem jungen Energiepaket nicht mithalten kann, sind die beiden doch sehr aufeinander bedacht, wenn sie gemeinsam unterwegs sind.

Ernährung
Dieser Hund ist ein Luxustier. Grundnahrung war lange Zeit ein Kilogramm Fleisch am Tag, meist rohes Rinder-Suppenfleisch. Gelegentlich bekommt er das immer noch, aber die Grundnahrung besteht inzwischen aus hochwertigem Trockenfutte. Nachdem ich u. a. Fish4Dogs, Grau, Happy Dog, Platinum ausprobiert habe, bin ich bei Wolfsblut angelangt. Die benötigten Mengen an rohem Fleisch waren nicht mehr praktikabel, weder im Hinblick auf die Größe unseres Kühl-/Eisschranks noch auf die beruflichen Herumreiserei.
Hin und wieder kochen wir Putenober- bzw. -unterkeulen in Suppenbrühe aus, der Hund bekommt die Knochen und einen Teil des Fleischs, aus dem Rest machen wir mehr oder weniger scharfe Gemüsesuppe. Die Geflügelknochen krachen herrlich, wenn das wilde Tier sie zwischen seinen Zähnen zermalmt.
Unser Hund wäre kein Hund, wenn er nicht auch auf Wurst und Käse stehen würden. Er kann sogar endlich halbwegs zuverlässig geworfene Stückchen aus dem Flug fangen. Früher hat er nur geguckt, wo sie hinfallen, und ist dann dorthin gewackelt.
Als Snack gibt es diverse getrocknete Tierbestandteile. Heißbegehrt ist natürlich Pansen, aber auch diverse Füße (Hühner, Enten, Schafe), sonstige Innereien (Magen, Leber, Lunge), Kopfhäute, Schlund etc. Es gilt die einfache Faustregel: Je intensiver der Gestank, desto besser.
Für das Agility Training hatte ich immer gebackene Leckerli mit Rind oder Geflügel dabei, die der Hund großartig fand, eine zeitlang habe ich sie einzeln für ihn in der Wohnung versteckt. Inzwischen gebe ich gebackene Leckerlis nur noch in Wurfform ab. Beide Hunde sind daher zu ziemlich guten Fängern geworden.

Fotos